Flut von Fälschungen überschwemmt Deutschland


Das Aufkommen gefälschter Produkte ist erheblich gestiegen, mehr Verantwortung der Internet-Wirtschaft ist erforderlich


Berlin, 12. März 2015: Das Aufkommen an gefälschten Produkten ist im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen. Mit 45.000 Aufgriffen verzeichnete der deutsche Zoll einen Zuwachs     von 72 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies geht aus der Zollstatistik 2014 hervor, die der Bundesfinanzminister heute in Berlin vorgestellt hat. Die hohen Zuwachsraten sind auf den blühenden Internethandel zurückzuführen. Die Fälschungen werden über Auktionsplattformen sowie in betrügerischen Onlineshops angeboten und per Postsendung aus Asien direkt an den deutschen Endverbraucher gesendet.

„Die aktuellen Aufgriffszahlen sind ein schrilles Alarmsignal", sagt Volker Bartels, Vorstandsvorsitzender des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM). „Die deutschen Verbraucher gehen den Fälschern tausendfach in die Falle", so Bartels. „Dabei      werden sie nicht nur um ihr Geld betrogen sondern geben häufig auch ihre sensiblen Zahlungsdaten organisierten Kriminellen preis - weiterer Missbrauch nicht ausgeschlossen."

„Der Internethandel ist ein florierender Markt mit wachsenden Umsätzen. Die „grenzenlosen" Vertriebsmöglichkeiten bieten aber auch Wirtschaftskriminellen ungeahnte Missbrauchsmöglichkeiten. Kaum ist das Angebot einer Fälschung oder eine gefälschte Webseite entfernt, tauchen sie unter anderem Namen schnell wieder auf", bestätigt Doris Möller, Referatsleiterin für gewerblichen Rechtsschutz beim DIHK. „Leider erscheint dies immer noch wie ein Kampf gegen Windmühlen."

Die Originalhersteller nehmen erhebliche Anstrengungen zur Aufdeckung und Verfolgung dieser illegalen Machenschaften auf sich. Viele Anbieter von Internet-Dienstleistungen beschränken sich aber leider auf das Löschen einzelner Angebote, berufen sich auf Unkenntnis, profitieren aber von den Umsätzen. „Dies sollte auf Dauer kein tragbares Geschäftsmodell sein. Stattdessen sollten Diensteanbieter ihre Bemühungen intensivieren, Fälschungsangebote wirksam zu unterbinden und die Rechtsverfolgung zu erleichtern", gibt Bartels zu bedenken. „Hier besteht auch eine Verantwortung gegenüber den Verbrauchern."


Über APM

Der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V. (APM) setzt sich seit 1997 als branchenübergreifender Verband für den Schutz geistigen Eigentums ein. APM ist eine Gemeinschaftsinitiative des Deutschen- Industrie- und Handelskammertages (DIHK), des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und des Markenverbandes. Im APM engagieren sich namhafte Unternehmen aus verschiedensten Branchen für ein Umfeld, in dem sich erfinderische Tätigkeit entfalten und auf einen effektiven Schutz bauen kann.


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