Augen auf beim Weihnachtseinkauf

Vorsicht im Online-Handel zu Weihnachten. Kennen Sie ihren Handelspartner?

 

Berlin, 13. Dezember 2021: Die anhaltende Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen werden auch in diesem Jahr dafür sorgen, dass mehr Menschen als sonst den Online-Handel für ihre Weihnachtseinkäufe nutzen - und dass damit noch mehr Produktfälschungen ihren Weg unter den Weihnachtsbaum finden.

 

Angesichts befürchteter Lieferengpässe muss davon ausgegangen werden, dass Käufer vermehrt auf unseriöse Webseiten und Angebote auf Online-Handelsplattformen hereinfallen. Diese Webseiten geben vor, noch liefern zu können und locken damit die Verbraucher auf die Fälschungsangebote.

 

Die Problematik wird durch die immer ausgefeilteren Geschäftsmodelle und Vertriebswege verstärkt, die organisierte Kriminelle nutzen, um ihre gefälschten Waren an den Verbraucher zu bringen.

 

Eine Studie des Europäischen Amtes für Geistiges Eigentum (EUIPO) hat die Vorgehensweise der Fälscher nun untersucht. Dazu gehört unter anderem das Anlegen mehrerer Händlerkonten unter verschiedenen Namen bei den großen Handelsplattformen, die Veröffentlichung von Werbeanzeigen auf seriösen Seiten oder auch eine zunehmende Präsenz in den sozialen Medien und Live-Streaming Verkäufe.

 

„Wenn ich in ein Geschäft gehe, kann ich in der Regel die Qualität des Produktes vor Ort überprüfen und mich bei Problemen an den Verkäufer wenden. Beides fällt im Online-Handel weg. Die böse Überraschung kommt dann, wenn das gelieferte Produkt nicht dem Produktbild und der Beschreibung entspricht und der Verkäufer dann nicht greifbar ist", meint Volker Bartels, Vorsitzender des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie.

 

Häufig sind die Mängel an den gefälschten Produkten versteckt. So können z.B. Verunreinigungen die Haltbarkeit von Kosmetika verringern oder Kabel von schlechter Qualität verursachen Wackelkontakte an Elektrogeräten. In den vergangenen Jahren haben die Zollbehörden in den EU-Mitgliedstaaten regelmäßig einen großen Teil der beschlagnahmten Fälschungen als potentiell gefährlich für die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher eingestuft. „Gefälschte Produkte werden nicht nach denselben Standards hergestellt wie die Originalprodukte. Die Fälscher sehen schlicht keine Veranlassung, ein qualitativ hochwertiges Produkt herzustellen, denn es steht ja nicht ihr eigener Name, ihr Ruf und ihre wirtschaftliche Zukunft auf dem Spiel", weiß Bartels, „Es ist schlicht billiger, den Verbrauchern eine minderwertige Fälschung zu verkaufen. Hier muss für mehr Verbrauchersicherheit gesorgt werden."

 

Wenn es also einen Wunsch zu Weihnachten gäbe, dann wäre dies für Bartels, die Sicherheit beim Online-Einkauf im Internet endlich der Sicherheit beim Kauf im Geschäft vor Ort anzugleichen.

 

„Der Gesetzgeber hat dafür die Schlüssel in der Hand. Mit dem derzeit verhandelten Digital Services Act könnte er endlich dafür sorgen, dass die Verkäufer jederzeit identifizierbar sind und ihre echte Identität nicht verstecken können. Dies würde das Angebot an Fälschungen verringern" so Bartels, „denn dann könnten die Händler für ihre Angebote verantwortlich gemacht werden."

 

Ohne eine Änderung bleibt es alle Jahre wieder dem Verbraucher selbst überlassen, die verlockenden Angebote kritisch auf Indizien für eine Fälschung zu überprüfen - seien dies beispielsweise ungewöhnlich lange Lieferzeiten, fehlende Angaben zu Rücksendungen oder die Bezahlung nur per Vorkasse. Allein die Fälscher perfektionieren ihr Geschäft, so dass es für Verbraucher immer schwieriger wird, Angebote von Fälschungen zu identifizieren.

 

 

Über den APM

Der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V. (APM) setzt sich seit 1997 als branchenübergreifender Verband für den Schutz geistigen Eigentums ein. Der APM ist eine Gemeinschaftsinitiative des Deutschen- Industrie- und Handelskammertages (DIHK), des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und des Markenverbandes. Im APM engagieren sich namhafte Unternehmen aus verschiedenen Branchen für ein Umfeld, in dem sich innovative Tätigkeit entfalten und auf einen effektiven Schutz bauen kann.

 

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