Produkt- und Markenpiraterie gefährdet Verbraucher und Unternehmen

Neue Aufklärungskampagne des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO)


Berlin, 8. Juni 2021: Eine neue Aufklärungskampagne der Beobachtungsstelle für Verletzungen von Rechten am geistigen Eigentum beim EUIPO zeigt deutlich die schädlichen Auswirkungen der Produkt- und Markenpiraterie.
Fälschungen führen demnach allein in elf näher untersuchten Branchen zu Umsatzverlusten von etwa 83 Milliarden Euro pro Jahr. Hinzu kommen Steuerausfälle in Höhe von 15 Milliarden Euro und mehr als 670.000 verlorene Arbeitsplätze.

 

„Eines der größten Probleme lässt sich jedoch kaum beziffern," meint Volker Bartels, Vorstandsvorsitzender des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie, „Die oft minderwertigen Nachahmungen führen zu einem enormen Vertrauensverlust bei den Verbrauchern." Viele Verbraucher haben schon einmal unbewusst eine Fälschung erworben. „Erfüllt die Nachahmung dann nicht die Erwartungen, fällt die mindere Qualität häufig auf den Hersteller des Originalprodukts zurück," weiß Bartels und ergänzt: „Auch die Händler bekommen die Unsicherheit der Verbraucher zu spüren. Gerade bei kleinen und unbekannten Online-Shops ist die Skepsis der Kunden oft groß."

 

„Die Originalhersteller investieren viel Kapital in Ihre Marken und erarbeiten sich mit qualitativ überzeugenden Produkten einen guten Ruf. Die Fälscher nutzen diesen guten Ruf nicht nur schamlos aus, mit möglichst kostengünstig produzierten Kopien zerstören sie ihn gleichzeitig", fasst Bartels die Situation zusammen, „Es geht den Fälschern nur um den schnellen Profit. Ihr eigener Ruf steht ja nicht auf dem Spiel." Es verwundert daher nicht, dass viele Fälschungen nicht einmal grundlegende Sicherheitsstandards erfüllen und von den Behörden als Gesundheitsrisiko eingestuft werden - in den letzten Jahren bis zu 43 Prozent der beschlagnahmten Artikel. Gefälschte Autoersatzteile, Medikamente ohne Wirkstoff oder mit Schadstoffen, Kinderspielzeug aus toxischen Materialien und wirkungslose Schutzausrüstung sind leider keine Seltenheit. Hinzu kommt für die Käufer der Nachahmungen nicht selten noch das Risiko von Datendiebstahl und Zahlungsdatenmissbrauch.

 

„Die Risiken und Schäden durch Produkt- und Markenpiraterie treffen Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen", so Bartels, „Dementsprechend sind die Verbraucher vorsichtiger geworden und lehnen Fälschungen überwiegend ab, dennoch ist die neue Aufklärungskampagne der Beobachtungsstelle ein notwendiger Schritt.

 

 

Über den APM

Der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V. (APM) setzt sich seit 1997 als branchenübergreifender Verband für den Schutz geistigen Eigentums ein. Der APM ist eine Gemeinschaftsinitiative des Deutschen- Industrie- und Handelskammertages (DIHK), des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und des Markenverbandes. Im APM engagieren sich namhafte Unternehmen aus verschiedenen Branchen für ein Umfeld, in dem sich innovative Tätigkeit entfalten und auf einen effektiven Schutz bauen kann.

 

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