EUIPO-Studie verdeutlicht alarmierendes Ausmaß der Produkt- und Markenpiraterie - Onlineshoppen in Zeiten von COVID-19 birgt eigene Risiken

 

Berlin, 10. Juni 2020: Der heute anlässlich des Anti-Counterfeiting Day veröffentlichte Statusbericht 2020 des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) zeigt eindrucksvoll die durch Produkt- und Markenpiraterie verursachten wirtschaftlichen und sozialen Schäden für die Europäische Union.

 

Der Statusbericht  belegt einmal mehr die hohe Bedeutung gewerblicher Schutzrechte. Unternehmen, die auf gewerbliche Schutzrechte bauen, erzielen eine höhere Wertschöpfung und erweisen sich gerade in Krisenzeiten als robuster.

 

Gleichzeitig ist aber die Bedrohung durch Produkt- und Markenpiraterie erheblich, fast 7% der in die EU importierten Waren sind Fälschungen. Im Vergleich zu anderen Kriminalitätsbereichen stehen hier sehr hohe Gewinnspannen einem vergleichsweise geringen Verfolgungsrisiko gegenüber.

 

Nicht anders als in Zeiten von Kontaktsperren, findet der Handel mit Fälschungen zunehmend im Internet statt. Zahlen der deutschen Zollstatistik für das Jahr 2019 belegen, dass der Onlinehandel für den Vertrieb von Plagiaten eine immer wichtigere Rolle spielt: Mehr als 80 Prozent der Aufgriffe von Fälschungen erfolgten im vergangenen Jahr im Postverkehr. „Die Verbraucher können leider noch immer nicht bedenkenlos im Internet bestellen. Die Handelsplattformen müssen noch viel mehr tun, um den Betrug an ihren Kunden zu verhindern", fordert Volker Bartels, Vorstandsvorsitzender des APM. „Im Internet erreicht man einfach und ohne größere Kontrollen Millionen von potentiellen Abnehmern, kriminelle Elemente nutzen diese Tatsache schamlos aus. Den Kunden ist dabei oft nicht klar, von wo die Produkte kommen und dass sie eventuell sogar Gesundheitsrisiken bergen", so Bartels weiter.

 

Mehr als ein Drittel der an den Grenzen aus dem Verkehr gezogenen Fälschungen sind nach Einschätzung der Zollbehörden potenziell gesundheitsgefährdend. Jüngere Aufgriffe haben zudem wieder einmal die Skrupellosigkeit der Fälscher belegt: Kriminelle versuchen auch aus der COVID-19-Pandemie Profit zu schlagen - zum Beispiel durch den Verkauf gefälschter Schutzausrüstung.

 

Produkt- und Markenpiraterie belastet nicht nur in erheblichem Maße die Unternehmen, sie führt zu Schäden für die gesamte Gesellschaft (z.B. durch den Verlust von 416.000 Arbeitsplätzen in Europa) und gefährdet immer häufiger auch die Gesundheit und das Leben der Menschen.

 

Bartels fordert weiter: „Der Kampf gegen Produkt- und Markenpiraterie muss angesichts des Bedrohungspotentials einen höheren Stellenwert bekommen. Dazu gehören auch ausreichende Ressourcen für die Verfolgung dieser Art der Kriminalität."

 

Link:
EUIPO - Statusbericht über Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums  

 

 

Über den APM

Der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V. (APM) setzt sich seit 1997 als branchenübergreifender Verband für den Schutz geistigen Eigentums ein. APM ist eine Gemeinschaftsinitiative des Deutschen- Industrie- und Handelskammertages (DIHK), des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und des Markenverbandes. Im APM engagieren sich namhafte Unternehmen aus verschiedensten Branchen für ein Umfeld, in dem sich erfinderische Tätigkeit entfalten und auf einen effektiven Schutz bauen kann.

 

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