EU Zollstatistik zeigt großen Handlungsbedarf

 

Der von der Europäischen Kommission am heutigen Donnerstag veröffentlichte Bericht zur Durchsetzung der Rechte am geistigen Eigentum durch die europäischen Zollbehörden weist etwa 69.000 Fälle von Beschlagnahmen gefälschter Waren auf. Dabei wurden mehr als 26 Millionen Artikel im Wert von ca. 738 Millionen Euro festgehalten.

 

Die Dunkelziffer ist indes viel höher. Nach Schätzungen der OECD und des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) gelangen jährlich gefälschte Waren im Wert von 121 Mrd. Euro in die EU - das entspricht etwa 6,8 Prozent der Importe.

 

„Der Kampf gegen Produkt- und Markenpiraterie muss daher auch auf anderen Ebenen geführt und der Vertrieb erschwert werden", kommentiert Volker Bartels, Vorstandsvorsitzender des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie, die neuen Zahlen aus Brüssel. Ein wichtiger Ansatzpunkt seien dabei die zahlreichen Handelsplattformen im Internet, über die inzwischen der größte Teil der gefälschten Produkte vertrieben wird. „Der Vertrieb von Fälschungen wird leider zu oft zum Kinderspiel", weiß Bartels, „mit wenigen Klicks und ohne größere Kontrollen erreicht man dort Millionen von potenziellen Kunden. Denen ist oftmals gar nicht klar, von wo die Produkte kommen. Dem im Vergleich zum stationären Handel deutlich höheren Risiko wird jedoch bisher kaum Rechnung getragen."

 

Auch beim Deutschen Industrie und Handelskammertag (DIHK) wünscht man sich von den Plattformen mehr Engagement bei der Bekämpfung von Fälschungen. „Ein proaktives Vorgehen gegen Fälschungen, deutlich mehr Transparenz und eine klare Identifizierbarkeit der Anbieter wären Maßnahmen, die das Einkaufen im Internet sicherer machen. Auch einheitliche Verfahren und schnellere Reaktionszeiten bei Plagiaten würden dabei helfen", meint Doris Möller, Leiterin des Referats Geistiges Eigentum beim DIHK. Die ehrlichen Unternehmen, die Umsatz- und Imageverluste in Milliardenhöhe in Kauf nehmen müssen sind die Leidtragenden. Sie bekommen Konkurrenz durch häufig minderwertige oder funktionsuntüchtige Ware, von der nicht selten auch noch ernste Gefahren für die Gesundheit ausgehen: Auch 2018 stuften die Zollbehörden wieder fast 37 Prozent der beschlagnahmten Fälschungen als potentiell gefährlich ein. Der Zoll kann und sollte das Problem nicht allein lösen müssen.

 

Über den APM

Der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V. (APM) setzt sich seit 1997 als branchenübergreifender Verband für den Schutz geistigen Eigentums ein. Der APM ist eine Gemeinschaftsinitiative des Deutschen- Industrie- und Handelskammertages (DIHK), des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und des Markenverbandes. Im APM engagieren sich namhafte Unternehmen aus verschiedensten Branchen für ein Umfeld, in dem sich innovative Tätigkeit entfalten und auf einen effektiven Schutz bauen kann.

 

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