Deutsche Zollstatistik für das Jahr 2017:

Produkt- und Markenpiraterie ist weiter ein großes Problem 

 

Berlin, 17. April 2018: Der Kampf gegen die Produkt- und Markenpiraterie gehört für den Zoll ebenso wie für viele Unternehmen leider zum Alltag. Der Bundesminister der Finanzen, Olaf Scholz, stellte heute in Berlin die deutsche Zollstatistik für das Jahr 2017 vor.

 

Im vergangenen Jahr schlug der Zoll mehr als 21.500 Mal aufgrund von Schutzrechtsverletzungen an den Grenzen zu und beschlagnahmte dabei fast 3,3 Millionen Artikel im Gesamtwert von etwa 196 Millionen Euro. Angesichts der Masse des Warenverkehrs können die stichprobenartigen Kontrollen des Zolls allerdings nur die Spitze des Eisbergs zeigen. Nach einer Studie des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum wurden bereits 2013 Fälschungen im Wert von 85 Mrd. Euro in die EU importiert.

 

„Die deutschen Zollbeamten leisten hervorragende Arbeit. Aber allein können sie die Flut an Fälschungen nicht stoppen", kommentiert der Vorsitzende des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM), Volker Bartels, die Zahlen. Insbesondere der zunehmende Versand von Kleinsendungen, die im Internet bestellt werden, macht den Beamten zu schaffen.
„Hier sind vor allem Online-Plattformen gefragt, die mit ihren Geschäftsmodellen ggf. selbst Gewinn aus den Verkäufen von Fälschungen schlagen", fordert Bartels, „diese müssen aktiver gegen Angebote von Fälschungen vorgehen! Bei anderen illegalen Inhalten funktionieren die Filter sehr zuverlässig, bei gefälschten Markenartikeln ist dagegen noch viel Luft nach oben. Auf keinen Fall darf die Kontrolle der Angebote allein den geschädigten Markeninhabern aufgebürdet werden." In der Realität werden die allermeisten betrügerischen Angebote nicht entdeckt und wenn überhaupt, erst auf einen Hinweis der Rechteinhaber im sogenannten Notice- und Takedown-Verfahren entfernt.

 

Auch die Verbraucher sollten ihre Augen beim Online-Shoppen offen halten - im eigenen Interesse. Viele Fälschungen halten die geltenden Sicherheitsstandards nicht ein, sind mangelhaft verarbeitet und bestehen aus qualitativ minderwertigem Material. Bartels rät: „Niedrige Preise haben immer einen Grund, es gibt selten etwas geschenkt. Man sollte bei der Schnäppchenjagd nicht alle Bedenken über Bord werfen. Fehlende Angaben zum Verkäufer, Vorkasse als einziges Zahlungsmittel und Versandzeiten bis zu mehreren Wochen sind deutliche Zeichen, dass bei dem Angebot etwas nicht stimmt. Dazu braucht es weder Fantasie noch Fachkenntnis."

 

Natürlich lässt sich nicht jedes Angebot so einfach entlarven. Deshalb klärt der APM Verbraucher auch in seiner Wanderausstellung „Schöner Schein - Dunkler Schatten" über die Gefahren von Produkt- und Markenpiraterie auf.

 


Über den APM
Der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V. (APM) setzt sich seit 1997 als branchenübergreifender Verband für den Schutz geistigen Eigentums ein. APM ist eine Gemeinschaftsinitiative des Deutschen- Industrie- und Handelskammertages (DIHK), des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und des Markenverbandes. Im APM engagieren sich namhafte Unternehmen aus verschiedensten Branchen für ein Umfeld, in dem sich erfinderische Tätigkeit entfalten und auf einen effektiven Schutz bauen kann.

 


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