Deutsche Zollstatistik für das Jahr 2016 gibt keine Entwarnung bei Produkt- und Markenpiraterie

 

Angebot gefälschter Waren muss wirksamer eingedämmt werden

 

Berlin, 4. April 2017: Der Bundesminister der Finanzen, Dr. Wolfgang Schäuble, stellte heute in Köln die deutsche Zollstatistik für das Jahr 2016 vor.
Zwar wurden mit 21.229 einzelnen Aufgriffen und etwa 3,6 Mio. beschlagnahmten Artikeln etwas weniger Grenzbeschlagnahmen von gefälschten Waren verzeichnet, der Wert der beschlagnahmten Waren lag mit ca. 180 Mio. Euro jedoch über dem der Vorjahre. Dies zeigt, dass zunehmend auch hochpreisige Markenartikel gefälscht werden.

Aus Sicht der betroffenen Unternehmen bleibt problematisch, dass selbst große Mengen Fälschungen anonym, ohne jede Kontrolle und daher in den meisten Fällen völlig unbehelligt im Internet angeboten werden können.
„Umso wichtiger ist die Zusammenarbeit zwischen Zoll und betroffenen Unternehmen, um mit den notwendigen Ressourcen die Fälschungen aus dem Verkehr zu ziehen," meint der Vorstandsvorsitzende des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM), Volker Bartels, „denn Fälscher sind einfallsreich, wenn es darum geht, ihre billigen Kopien auf die lukrativen Märkte zu bringen."
Darüber hinaus muss das Geschäftsmodell der Fälscher an Attraktivität verlieren, um die derzeitige Flut an Fälschungen einzudämmen.
„Man kann diese Aufgabe nicht einfach auf die geschädigten Unternehmen und Verbraucher abwälzen. Handelsplattformen im Internet und andere sogenannte Intermediäre verdienen indirekt mit an Produktpiraterie. Sie müssen konsequenter dafür sorgen, dass ihre Dienste nicht zum Vertrieb gefälschter Waren missbraucht werden", fordert Bartels.


Schließlich stellt die Zollstatistik nur einen Ausschnitt des Gesamtproblems dar. Das weltweite Handelsvolumen mit Fälschungen beträgt mittlerweile fast 440 Mrd. Euro. Mehr als jeder vierte 2015 von den europäischen Zollbehörden beschlagnahmte Artikel wurde außerdem als potentiell gesundheitsgefährdend eingestuft.
„Bei gefälschten Artikeln weiß man nie, was man bekommt", so Bartels. „Der Kampf gegen Produkt- und Markenpiraterie ist auch Verbraucherschutz."


Über APM

Der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V. (APM) setzt sich seit 1997 als branchenübergreifender Verband für den Schutz geistigen Eigentums ein. APM ist eine Gemeinschaftsinitiative des Deutschen- Industrie- und Handelskammertages (DIHK), des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und des Markenverbandes. Im APM engagieren sich namhafte Unternehmen aus verschiedensten Branchen für ein Umfeld, in dem sich erfinderische Tätigkeit entfalten und auf einen effektiven Schutz bauen kann.


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