Deutsche Zollstatistik 2012 - Aufgriffe gefälschter Produkte erreichen neuen Höchstwert

Berlin, 22. März 2013. Der Kampf gegen die Produktpiraterie gehört für viele deutsche Unternehmen längst zum Alltag. Unverzichtbare Kooperationspartner sind dabei die Zollbehörden: 2012 verzeichnete der Zoll an den deutschen Grenzen 23.883 Aufgriffe von Sendungen mit gefälschten Produkten. Die Zahl der aufgedeckten Fälle liegt somit wiederum über den Höchstwerten der Vorjahre. Insgesamt konnte gefälschte Ware im Wert von 127 Millionen Euro beschlagnahmt werden. Der Schaden für die deutsche Wirtschaft durch gefälschte Produkte wird auf insgesamt 50 Milliarden Euro geschätzt.

„Der Zoll ist ein wichtiger und effektiver Verbündeter der Unternehmen im Kampf gegen die Produktpiraterie", sagte Dr. Rüdiger Stihl, Vorstandsvorsitzender des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie, bei einer Podiumsdiskussion im Bundesministerium für Finanzen anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Zollzahlen. 2012 stellten mehr Unternehmen Anträge auf Grenzbeschlagnahme als je zuvor. Mit 1137 Gesuchen nahmen 91 Firmen mehr diese Möglichkeit wahr als im Vorjahr. Gegenüber 2005 hat sich die Zahl verdreifacht. „Die vom Zoll beschlagnahmten Produkte dürften in den überwiegenden Fällen nie regulär in den Verkauf kommen, denn sie erfüllen nicht die geltenden Gesetze und Produktnormen", so Stihl in Berlin. „Es handelt sich um Ware mit fehlenden Sicherheitsstandards, mangelhafter Verarbeitung und qualitativ minderwertigem Materialeinsatz. Daraus ergeben sich erhebliche Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit der Verbraucher." Besonders gefälschte Medikamente oder Produkte des täglichen Gebrauchs wie Körperpflegeartikel oder elektrische Haushaltsgeräte machen einen zunehmenden Anteil der beschlagnahmten Ware aus. Sie stellen eine besonders große Gefahr für den Kunden dar. Der Zoll leistet somit auch einen erheblichen Beitrag zum Verbraucherschutz. Die Masse des Warenverkehrs erlaubt den Zöllnern jedoch nur eine stichprobenartige Kontrolle. „Wir gehen davon aus, dass ein Vielfaches mehr an gefälschten Produkten die Grenzen passiert und ihren Zielmarkt erreicht. Wir benötigen daher dringend weitere Maßnahmen, um den Fälschern das Geschäft zu erschweren. Ein erster Schritt wäre die Einführung einer Mindeststrafe für bandenmäßige und gewerbliche Markenpiraterie. Dies wäre ein klares Zeichen, dass Produkt- und Markenpiraterie kein Kavaliersdelikt ist", sagte Stihl weiter. „Zusätzlich sollte der europäische Gesetzgeber die Eingriffsmöglichkeiten des Zolls bei gefälschten Produkten auch im internationalen Warenverkehr verbessern."

Ein weiterer Schritt ist eine gezielte Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit. Aufklärungskampagnen sind ein effektives Mittel, um die Nachfrage nach gefälschten Produkten zu senken. Der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie informiert seit Jahren mit einer Wanderausstellung über die Hintergründe und Gefahren der Produktpiraterie - auch mit Unterstützung des Bundesministeriums für Finanzen. In einer Umfrage gaben 89 Prozent der Ausstellungsbesucher an, dass sie aufgrund der erhaltenen Informationen in Zukunft auf den Kauf eines gefälschten Produkts verzichten wollen. „Wenn auch nur die Hälfte der Besucher so handelt, haben wir bereits viel erreicht. Nur wenn die Nachfrage wegbricht, können wir auch das Angebot beeinflussen", so Stihl. Zumindest bei gefälschten Konsumgütern fehle aber in der breiten Öffentlichkeit das notwendige Problembewusstsein: „Viele Verbraucher sehen im Kauf gefälschter Produkte ein Kavaliersdelikt und kennen die Gefahren nicht. Hier vermisse ich Initiativen von Politik, Industrie und Verbraucherschutz."

Über APM

Der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V. (APM) setzt sich seit 1997 als branchenübergreifender Verband für den Schutz geistigen Eigentums ein. APM ist eine Gemeinschaftsinitiative des Deutschen- Industrie- und Handelskammertages (DIHK), des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und des Markenverbandes. Im APM engagieren sich namhafte Unternehmen aus verschiedensten Branchen für ein Umfeld, in dem sich erfinderische Tätigkeit entfalten und auf einen effektiven Schutz bauen kann.

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