Deutsche Zollstatistik 2011 unterstreicht Bedeutung der Grenzbeschlagnahme im Kampf gegen Produkt- und Markenpiraterie

Berlin, 16. März 2012. Die heute präsentierten Ergebnisse der Zollstatistik für 2011 belegen eindrucksvoll die erfolgreiche Arbeit der deutschen Zollbehörden in den letzten Jahren. 2011 führten die Zollbeamten 23 635 Grenzbeschlagnahmen gefälschter Waren durch. Die Anzahl der Zugriffe hat sich damit seit 2009 weit mehr als verdoppelt. Besonders besorgniserregend ist der hohe Zuwachs an gefälschten Arzneimitteln. 2011 beschlagnahmte der Zoll gefälschte Medikamente im Wert von 3,1 Millionen Euro. Dies bedeutet einen Anstieg um mehr als 350 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Produktpiraterie ist kein harmloses Kavaliersdelikt. Mangelhafte Verarbeitung und der Einsatz minderwertiger Materialien lassen gefälschte Produkte schnell zur Gefahr für Gesundheit und Sicherheit der Käufer werden", sagt Dr. Rüdiger Stihl, Vorstandsvorsitzender des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM). „Die Grenzbeschlagnahme ist ein besonders effektives und hilfreiches Instrument im Kampf gegen Produktfälschungen. Die Zollbeamten halten die Ware auf, bevor sie an den Kunden gelangen kann. Sie leisten damit einen sehr wichtigen Beitrag zum Verbraucherschutz." Für die Produktpiraten ist vor allem der Onlinevertrieb eine vergleichsweise lukrative und risikoarme Alternative zu herkömmlichen Absatzwegen. Er bietet den direkten weltweiten Draht zum Kunden. Die Flut der Postsendungen erschwert dem Zoll die Kontrolle. Das strafrechtliche Verfolgungsrisiko für im Ausland sitzende Händler gefälschter Ware ist minimal. „Umso wichtiger ist es, dass der Zoll mit ausreichenden Ressourcen ausgestattet ist, um auch hier effektiv einzugreifen", so Stihl.

Für den Verbraucher wird die Orientierung bei Internetangeboten zunehmend schwerer. Bilder und Produktbeschreibungen lassen kaum nachvollziehen, ob es sich bei den angebotenen Produkten um Originale oder Kopien handelt, und überall locken angebliche Preisschnäppchen. Teilweise werden ganze Internetauftritte der Hersteller gefälscht, die nur schwer vom Original zu unterscheiden sind. „Ein Verbraucherschutz, der die Kunden über die Gefahren von Produkt- und Markenpiraterie aufklärt, ist dringend erforderlich. Das vermeintliche Schnäppchen im Netz kann sich im Nachhinein wegen diverser Mängel als sehr teuer herausstellen - wenn es nicht direkt vom Zoll gestoppt wird", betont Stihl.

Über APM

Der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V. (APM) setzt sich seit 1997 als branchenübergreifender Verband für den Schutz geistigen Eigentums ein. APM ist eine Gemeinschaftsinitiative des Deutschen- Industrie- und Handelskammertages (DIHK), des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und des Markenverbandes. Im APM engagieren sich namhafte Unternehmen aus verschiedensten Branchen für ein Umfeld, in dem sich erfinderische Tätigkeit entfalten und auf einen effektiven Schutz bauen kann.

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